Das Diplom

Die gymnasiale Maturität Schweiz.

Das Referenzdiplom für den direkten Zugang zu Universitäten, ETH und Fachhochschulen ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung.

Definition

Ein Diplom, das alle Türen öffnet.

Die gymnasiale Maturität, oft «Gymmatura» oder kurz «Matura» genannt, ist der Abschluss der akademischen Sekundarstufe II in der Schweiz. Sie wird nach mehrjährigem Studium an einem vom Bund und der EDK anerkannten Gymnasium, Lyceum oder Kollegium verliehen.

Im Unterschied zu anderen Bildungswegen der Sekundarstufe II (Berufslehre, Handelsmittelschule) ist sie ausschliesslich auf ein akademisches Hochschulstudium ausgerichtet: Sie fördert selbstständiges Denken, intellektuelle Strenge und mehrsprachige Ausdrucksfähigkeit.

Die gymnasiale Maturität ist das Schweizer Äquivalent des französischen Baccalauréats oder der österreichischen Matura. Sie wird im Ausland weitgehend anerkannt.

Unterricht im Gymnasium
Offizielle Anerkennung

Eine nationale und eidgenössische Anerkennung.

Die gymnasiale Maturität beruht auf einem gemeinsamen Rechtsrahmen von Bund und Kantonen. Zwei grundlegende Texte legen die Anforderungen fest:

  • Das MRAMaturitäts-Anerkennungsreglement, das die gemeinsamen Mindestanforderungen festlegt.
  • Die MAVMaturitäts-Anerkennungsverordnung, der ergänzende eidgenössische Rahmen.
  • Die EDKSchweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren — erteilt die nationale Anerkennung an Institutionen, die diese Normen erfüllen.
  • Jeder Kanton kann eigene Anforderungen hinzufügen, was die Unterschiede in Dauer und Organisation zwischen Genf, Waadt, Bern oder Zürich erklärt.

Die nationale Anerkennung garantiert, dass eine in einem beliebigen Kanton ausgestellte Matura in der ganzen Schweiz und für alle Hochschulen gültig ist.

Was das Gesetz sagt

Die anerkannte gymnasiale Maturität öffnet den allgemeinen Zugang zu den universitären Hochschulen der Schweiz ohne ergänzende Prüfung — das ist die eigentliche Definition ihres Wertes.

  • Kantonale Universitäten der Schweiz
  • EPFL (Lausanne) und ETH Zürich
  • Pädagogische Hochschulen (je nach kantonalen Bedingungen)
  • Bestimmte Fachhochschulen

Was unterscheidet eine anerkannte von einer nicht anerkannten Privatschule?

Eine Privatschule ohne kantonale Anerkennung kann das Maturitätszeugnis nicht direkt ausstellen. Deren Schülerinnen und Schüler müssen die zentrale schweizerische Maturitätsprüfung ablegen, die vom SBFI organisiert wird.

Zugangsbedingungen

Wer kann ans Gymnasium ?

Der Zugang zum Gymnasium ist kantonal geregelt. Die Kriterien variieren, aber mehrere Elemente sind gemeinsam:

  • Abschluss der Sekundarstufe I (Volksschule)
  • Erfüllung kantonaler Auswahlkriterien (Schulnoten, Aufnahmeprüfung oder Lehrempfehlung)
  • Einige Kantone (Genf, Waadt) führen spezifische Aufnahmeprüfungen durch
  • Andere stützen sich auf die Noten der 8. oder 9. Klasse

Für Erwachsene, die den klassischen Gymnasialweg nicht absolviert haben, ist die schweizerische Maturitätsprüfung der Hauptzugang zum anerkannten Zeugnis.

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Studiendauer

Die Dauer variiert je nach Kanton: 4 Jahre in den meisten Westschweizer Gymnasien (nach dem 9. HarmoS-Jahr), bis zu 3 Jahre in bestimmten Deutschschweizer Kantonen. Insgesamt dauert die gymnasiale Ausbildung 11 bis 13 Schuljahre.

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Öffentliche und anerkannte Privatgymnasien

Die meisten Gymnasien sind öffentlich (kantonal). Es gibt auch Privatschulen, deren Bildungsgang vom Kanton offiziell anerkannt ist. Die Liste der anerkannten Schulen wird vom SBFI veröffentlicht.

Maturitätsabschluss

Wie wird man zugelassen ?

Die gymnasiale Maturität wird auf der Grundlage einer fortlaufenden Beurteilung und Abschlussprüfungen in den Fächern des Lehrplans erlangt. Die Erfolgsregeln lauten wie folgt:

  • Gesamtdurchschnitt von mindestens 4,0 von 6,0 in allen Fächern
  • Höchstens 3 ungenügende Noten (unter 4)
  • Die Summe der Notendefizite muss unter 2 Punkten liegen
  • Die Maturaarbeit wird separat bewertet und muss bestanden werden

Die Maturaarbeit

Jede Schülerin und jeder Schüler verfasst eine interdisziplinäre Maturaarbeit von mindestens sechzig Seiten zu einem selbst gewählten Thema. Diese Arbeit wird mündlich vor einer Jury verteidigt. Sie stellt eine echte Einführung in die akademische Forschungsmethodik dar.

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